Kann mir mal einer sagen, wie man in einer Welt von geschätzten 6,5 Milliarden Mitmenschen noch etwas Neues sagen soll? Ganz zu schweigen von den unzähligen Verstorbenen, die uns unsere Unoriginalität noch stärker vor Augen führen, in dem sie netter Weise irgendwas in Stein gehauen oder niedergeschrieben haben (wissenschaftliche Theorien gehen davon aus, dass sich bis heute 100 bis 200 Milliarden Homo Sapiens Sapiens mit dieser mehr als suboptimalen Existenz rumgeplagt haben). Jeder Gedanke war also ohnehin schon mal da, warum dann [a] überhaupt denken und [b] das ganze dann auch noch zur Schau stellen? Man könnte Denken einfach mit Lesen ersetzen und würde es nicht mal merken, solange man immer einen passenden Text zur Hand hätte (was durch Google Books und Notebook nicht mal unmöglich wäre).
Mein Sündenbock für diesen Frust ist mal wieder der nette Zeitgeist mit Namen Neoliberalismus, der uns dazu verdonnert uns „selbst zu verwirklichen“, immer ganz Individuum zu sein, nie ganz gleich zu sein. Ist die eigene Existenz negiert wenn man so ist wie Millionen anderer Menschen? Hat man sein Leben vergeudet wenn man 40 Jahre dem gleichen Beruf nachgeht und nie übersiedelt?
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